Stadt und Freistaat investieren 7,7 Millionen Euro in das Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Sprache – Zwickau baut Infrastruktur bei Schulen weiter aus

Der Neubau der Anne-Frank-Schule in der Stadt Zwickau, in deren Zentrum sich unser aktuelles Denkmalobjekt „Georgenschule“ (mehr: https://bit.ly/3OD1hdT) befindet, ist Mitte September nach dreijähriger Bauzeit offiziell übergeben worden. Die derzeit 89 Schülerinnen und Schüler werden nun in einem modernen teils ein-, teils zweigeschossigen Rundbau unterrichtet. Insgesamt investierte die Stadt Zwickau 7,7 Millionen Euro. Darin enthalten sind Fördermittel des Freistaates Sachsen in Höhe von fast 2,9 Millionen Euro aus dem Förderprogramm zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur.

An der Übergabe nahmen neben Schulleitung, Lehrerkollegium, Schülerinnen und Schülern und zahlreichen Gästen u. a. Oberbürgermeisterin Constance Arndt, Bürgermeister Sebastian Lasch (Dezernat Finanzen und Ordnung) sowie Baubürgermeisterin Silvia Queck-Hänel teil. Die Anne-Frank-Schule ist eines von nur sieben Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Sprache in Sachsen. 1963 gegründet befand sie sich seit 2006 in einem denkmalgeschützten Altbaugebäude, das weder baulich noch hinsichtlich der Raumstruktur den Anforderungen entsprach.

In der Schule werden Schüler der ersten bis vierten Klasse unterrichtet, die Probleme in den Bereichen Sprache, Motorik, Wahrnehmung und Konzentration haben. Die Aufgabe der Lehrer besteht insbesondere darin, die Kinder entsprechend zu fördern und sie nach dem normalen sächsischen Lehrplan zu unterrichten, so dass sie im Anschluss eine Regelschule besuchen können. Aufgrund steigender Schülerzahlen wird die Förderschule mit Grundschullehrplan bald dreizügig betrieben. Die Klassenstärken sind kleiner als in den Regel-Grundschulen. Es werden max. zwölf bis 14 Kinder in einer Klasse unterrichtet.

In der Schule lernen nicht nur Kinder aus der Stadt Zwickau, sondern auch aus dem Landkreis sowie dem Vogtlandkreis. Derzeit unterrichten 16 Lehrerinnen an der Anne Frank. Hinzukommen Hausmeister, Sekretärin, Essens- und Reinigungspersonal sowie zeitweise Praktikanten und Referendare. Die Schule ist außerdem regelmäßig Veranstaltungsort für Weiterbildungen im Bereich des sonderpädagogischen Förderbedarfs Sprache.

Der Neubau wurde von August 2019 bis Juli 2022 errichtet und bietet eine Nutzfläche von rund 2.400 Quadratmetern. Der nicht ganz vollständig geschlossene Kreis in ein- bzw. zweigeschossiger Bauweise ordnet die Schule in Unterrichtssegmente. An den Haupteingang auf der östlichen Seite schließt sich ein Speise- und Mehrzweckraum an. Dieser kann u. a. für schulische Veranstaltungen oder Fortbildungen genutzt werden und enthält eine kleine Bühne. Zu den weiteren Räumlichkeiten gehören beispielsweise Sekretariat, Lehrerzimmer und Büros für die Schulleitung, Bibliothek und Zimmer für Fachunterricht, Räume für Diagnostik und Einzelförderung oder für Sozialarbeiter und Beratungslehrer.

Die insgesamt zwölf Klassenräume sind in jeweils einem Viertelkreis-Segment an dem Außenradius des Schulgebäudes angeordnet. Jeder Klassenraumtrakt ist annähernd baugleich geplant. Immer zwei Klassenräume erhielten einen verbindenden Gruppenraum. Dieser wird als Rückzugsort für eine individuelle Betreuung von einzelnen Schülern oder kleinen Gruppen gebraucht. Immer zwei Klassenräumen sind außerdem eine Garderobe und ein WC-Trakt zugeordnet.

Der Vorhabenbeschluss für das Großbauprojekt wurde vom Zwickauer Stadtrat im März 2016 einstimmig gefasst. Änderungsbeschlüsse folgten im Oktober 2018 sowie im November 2021. An der Planung und am Bau waren fast 40 Büros und Firmen beteiligt. Die Projektleitung lag in der Hand des städtischen Liegenschafts- und Hochbauamtes (Text/Fotos: Stadt Zwickau/RMC).

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